Diavelo Schweiz AG ist Konkurs

Heute musste ich mit bedauern feststellen, dass die Diavelo Schweiz AG am 10.12.2025 in Konkurs geraten ist. Vor rund 11 Jahren waren die beiden Ladys hoffnungsvoll mit vielen Ideen in das Business gestartet. Leider nimmt die Geschichte hier offensichtlich vorerst ein Ende, Oder?

Am 15.12.2014 begann mit der Gründung der Diavelo Schweiz AG die Geschichte einer ganz speziellen Marke in der Schweiz, die mit dem Einstieg von Edith Preinfalk 2016 von dem weiblichen Führungs-Duo um Karin Vogelsanger geprägt war. Ob der Absatz über den Discounter „Jumbo“ im Nachhinein der richtige Weg war, kann man natürlich hinterfragen, so wie man immer alles hinterfragen kann. Ich machte die Damen in unserem damaligen Gespräch bereits auf die Wichtigkeit eines starken Vertriebsnetzes über etablierte Fahrradhändler aufmerksam. Doch das Vertriebsnetz alleine machte es nicht aus. Man denke dabei bloss an all die grossen Probleme, welche so grosse Handelsketten wie beispielsweise m-way oder Bike World hatten.

Karin Vogelsanger kam alsbald auch mit vielen weiteren und tollen Ideen daher, man denke an die Pininfarina-Modelle und gründete mitunter auch die Protanium GmbH als Herstellerin von Bikes und Entwicklerin von Bikemarken. Dieses Geschäft läuft weiterhin. Wie gut?

Eine bedeutsame Tatsache ist jedoch entscheidend: Über Diavelo wurde in den letzten 5-8 Jahren keine Zeile in der Öffentlichkeit  geschrieben oder kaum eine Zeile. Das bedeutet, dass die Marke in der Öffentlichkeit beinahe tot war. Keine neuen E-Bikes oder Bikes, keine E-Bike-Tests, usw. Wie soll das eine E-Bike- bzw. Bike-Marke überleben? Wer aus dem Gedächtnis der Kunden verschwindet, verschwindet aus dem Markt. Die Welt ist in dieser Hinsicht einfach kaltherzig und brutal. So muss man zumindest schlussfolgern.

Welches die Gründe für den Konkurs sind, ist mir unbekannt. Auf meine Anfrage antwortete mir jedoch Karin Volgelsanger wie folgt:

„Ja, es ist richtig, dass ich die Diavelo Schweiz AG eingestellt habe. Diavelo war meine Entwicklungsfirma für E-Bikes und insbesondere für das E-Lastenrad-Projekt Snooq. Wir haben dort die gesamte Wertschöpfung – von Design über Entwicklung und Produktion in der Schweiz bis hin zu Vermarktung und After Sales – mit einem kleinen Team selbst abgedeckt.

Das Produkt ist qualitativ sehr gut aufgenommen worden. Gleichzeitig hat sich gezeigt, dass der nachhaltige Aufbau einer eigenständigen Marke im Lastenradsegment erhebliche Marketinginvestitionen erfordert. Vor diesem Hintergrund habe ich mich entschieden, keine weiteren Mittel in dieses Projekt zu investieren und die Gesellschaft geordnet zu beenden.

Es bestehen keine relevanten Verpflichtungen gegenüber Dritten; der wesentliche Gläubiger war ich selbst und mein Partner als Investoren.

Operativ hat sich dadurch nichts verändert. Meine Handelsgesellschaft Protanium Switzerland GmbH führt ihre Aktivitäten unverändert weiter. Wir produzieren und vertreiben weiterhin Bikes und E-Bikes im White-Label-Bereich. Das Team ist weiterhin an Bord – eingestellt wurde lediglich das eigenständige Lastenrad-Projekt.

Es handelt sich somit um eine unternehmerische Fokussierung innerhalb eines weiterhin anspruchsvollen Marktumfelds.“

Gegen aussen hat ein durch einen Richter angeordneter Konkurs natürlich eine andere Wirkung. Es ist schön zu hören, dass die „Reise“ für Karin Vogelsanger mit der Protanium GmbH weiter geht. Nachdem die Marke „Diavelo“ gemäss Aussage von Karin Vogelsanger Eigentum der Protanium GmbH ist, ist auch die Story von Diavelo nicht zu Ende. Das ist schon fast ein kleines Happy-End.

1 Kommentar zu „Diavelo Schweiz AG ist Konkurs“

  1. Danke für die aufschlussreiche Info.
    Ich fahre seit ein paar Jahren ein Diavelo e-Bike und bin sehr zufrieden damit.
    Würde wieder eins kaufen, da viel ästhetischer als Flyer und genauso stabil

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